Serverhousing und Colocation: Planung und Bau der technischen Infrastruktur
Eine Colocation-Fläche steht und fällt mit der Infrastruktur dahinter. Wir übernehmen Planung und Bau dieser Infrastruktur, von der ersten technischen Konzeption bis zur Umsetzung im laufenden Betrieb.
- Planung und Bau der technischen Infrastruktur für Serverhousing
- Multi-Gewerke-Koordination: Elektro, Klima, Brandschutz, Netzanbindung
- Nachhaltige Umsetzung durch lokale Fertigung und kurze Transportwege
Was Serverhousing und Colocation von Betreibern verlangt
Serverhousing, auch Colocation genannt, bezeichnet die Bereitstellung von Rechenzentrumsflächen für Dritte. Kunden bringen ihre eigene Server-Hardware mit und nutzen dafür Strom, Klimatisierung, Netzanbindung und Sicherheitstechnik des Betreibers. Für den Betreiber selbst bedeutet das: Die gesamte technische Infrastruktur dahinter muss redundant, normkonform und für den Dauerbetrieb ausgelegt sein.
Anders als beim Server-Hosting, bei dem der Anbieter auch die Hardware stellt, bleibt beim Serverhousing die Hardware im Eigentum des Kunden. Der Betreiber verantwortet ausschließlich die bauliche und technische Umgebung, in der diese Hardware läuft.
Bei Daterra endet die Planung nicht beim Konzept. Alle Systeme werden so ausgelegt, dass sie unter realen Bedingungen installiert, betrieben und erweitert werden können, auch mit Blick auf wechselnde Anforderungen einzelner Colocation-Kunden über die Zeit.
Anforderungen an eine Colocation-Fläche
Eine Colocation-Fläche muss mehrere Kundenumgebungen gleichzeitig sicher und getrennt voneinander betreiben können. Das stellt zusätzliche Anforderungen an Technik, Betrieb und Standort, die in der Planung aufeinander abgestimmt werden müssen.
Sie muss redundant ausgelegt sein, üblich sind USV-Anlagen in Kombination mit Netzersatzanlagen, damit ein Stromausfall den Betrieb einzelner oder aller Kundenumgebungen nicht unterbricht.
Sie folgt in der Regel einem Kalt-/Warmgang-Konzept und wird auf unterschiedliche Lastprofile der einzelnen Colocation-Kunden abgestimmt.
Sie umfassen Früherkennung, geeignete Löschanlagen sowie Zutrittskontrollen, die den Zugang zu einzelnen Racks oder Cages getrennt nach Kunde regeln.
Sie läuft redundant über mehrere Carrier, damit der Ausfall eines einzelnen Anbieters nicht zum Totalausfall führt.
Systeme werden so ausgelegt, dass Ausfälle einzelner Komponenten nicht zu Betriebsunterbrechungen für die Kunden der Fläche führen.
Sie wird über Stromversorgung, Kühlung und Netzwerkstrukturen hinweg umgesetzt, um unterschiedliche Verfügbarkeitszusagen gegenüber Colocation-Kunden einhalten zu können.
Die Fläche wird so geplant, dass sich Kapazitäten erweitern lassen, ohne bestehende Kundenumgebungen umzubauen.
Energieverfügbarkeit, Netzanbindung, Flächenstruktur und Umgebungsbedingungen beeinflussen die spätere technische Planung und mögliche Erweiterungen direkt.
Bauanträge, Nutzungsänderungen und technische Nachweise werden frühzeitig eingeplant, um Verzögerungen im Projektverlauf zu vermeiden.
Regionale Vorgaben, etwa zu Brandschutz oder Energieversorgung, werden von Beginn an in die Planung integriert.
Daterras Leistungen bei Planung und Bau von Serverhousing-Infrastruktur
Von der ersten Planung bis zum laufenden Betrieb begleiten wir Serverhousing-Projekte als Generalunternehmer und übernehmen die technische Umsetzung über alle beteiligten Gewerke hinweg.
Planung aus einer Hand
Elektro, Klima, Brandschutz und TK-Anbindung greifen bei einer Colocation-Fläche direkt ineinander. Wir stimmen diese Gewerke von Anfang an gemeinsam ab und behandeln sie als ein Bauprojekt, nicht als mehrere getrennte Vergaben. Das reduziert Schnittstellen und verhindert, dass einzelne Gewerke später aufwendig nachträglich angepasst werden müssen.
Umbau im laufenden Betrieb
Nicht jedes Projekt ist ein Neubau. Häufig geht es um die Erweiterung oder den Umbau eines bestehenden Rechenzentrums, dessen Betrieb während der Bauphase weiterlaufen muss. Wir planen solche Umbauten so, dass die vorhandene Colocation-Fläche durchgehend verfügbar bleibt.
Ablauf eines Serverhousing-Bauprojekts mit Daterra
Ein Colocation-Bauprojekt läuft bei uns in vier aufeinander abgestimmten Schritten ab.
Bestandsaufnahme:
Wir erfassen die vorhandene Infrastruktur, die baulichen Rahmenbedingungen sowie die angestrebte TIER-Klassifizierung oder Zertifizierung und legen so die technischen Zielwerte für das Projekt fest.
Planung:
Elektro, Klima, Brandschutz, Zutrittskontrolle und Netzanbindung werden gewerkeübergreifend geplant und so aufeinander abgestimmt, dass keine nachträglichen Anpassungen nötig werden.
Umsetzung:
Die geplanten Gewerke werden koordiniert umgesetzt. Bei Erweiterungen oder Umbauten bestehender Anlagen erfolgt das unter laufendem Betrieb, damit die vorhandene Fläche durchgehend verfügbar bleibt.
Übergabe:
Die fertige Fläche wird abgenommen, dokumentiert und in den regulären Betrieb überführt.
Kosten und Wirtschaftlichkeit bei Colocation-Projekten
Die Kosten einer Colocation-Fläche werden maßgeblich in der Planungsphase festgelegt. Entscheidungen bei Stromversorgung, Kühlung und Redundanzgrad wirken sich direkt auf Investitions- und spätere Betriebskosten aus, und damit auf die Marge, die sich mit der Fläche erzielen lässt.
Im Rahmen der Planung schätzen wir Kosten strukturiert ein, bewerten Varianten und legen Systeme bedarfsgerecht aus, ohne unnötige Reserven einzuplanen. Das schafft eine belastbare Grundlage für die spätere Preiskalkulation gegenüber den eigenen Colocation-Kunden.
Zertifizierungen und Normen als Planungsgrundlage
Diese Normen sind für uns keine nachträgliche Prüfung, sondern Ausgangspunkt der Planung.
- DIN EN 50600: Sie legt die technischen Anforderungen an Rechenzentren fest, von der Gebäudehülle über die Stromversorgung bis zur Klimatisierung, und unterteilt sie in Verfügbarkeitsklassen.
- ISO 27001: Sie betrifft das Informationssicherheits-Management rund um das Rechenzentrum und ist für viele Colocation-Kunden ein Auswahlkriterium.
- TIER-Klassifizierung (TIA 942): Sie beschreibt, wie redundant die Infrastruktur insgesamt ausgelegt ist.





Typische Einsatzbereiche für Serverhousing und Colocation
- Telekommunikationsunternehmen: Sie benötigen hochverfügbare Flächen, oft mit Modernisierung im laufenden Betrieb.
- Housing- und Hosting-Anbieter: Sie brauchen flexible, skalierbare Flächen für wechselnde Kundenanforderungen.
- IT-Systemhäuser: Sie erweitern ihr Portfolio um eigene Colocation-Kapazitäten neben klassischem Hosting.
- Industrieunternehmen: Sie sichern eigene Produktionsprozesse ab und benötigen dafür teils zusätzliche, extern nutzbare Kapazität.
Nachhaltige Umsetzung von Colocation-Infrastruktur
Neben technischen und betrieblichen Anforderungen berücksichtigen wir bei der Umsetzung auch ökologische Aspekte.
- Lokale Fertigung und kurze Transportwege
- Auswahl geprüfter und zertifizierter Hersteller
- Energieeffiziente Auslegung der technischen Infrastruktur
- Berücksichtigung von ESG-Grundsätzen im Projektverlauf
Warum Daterra für Ihr Colocation-Projekt
Ganzheitliche Umsetzung: Planung, Architektur, Bau und Genehmigungsprozesse koordinieren wir aus einer Hand.
Erfahrung mit Umbauten im laufenden Betrieb: Erweiterungen bestehender Flächen setzen wir um, ohne den Betrieb der übrigen Kundenumgebungen zu beeinträchtigen.
Herstellerunabhängige, nachhaltige Planung: Komponenten wählen wir individuell aus, unter Berücksichtigung kurzer Lieferketten und geprüfter Hersteller.
Bundesweite Projekterfahrung: Wir setzen Colocation-Projekte standortübergreifend um und berücksichtigen dabei regionale Anforderungen.
Jetzt Colocation-Infrastruktur planen
Sie planen eine neue Colocation-Fläche oder wollen eine bestehende erweitern? Lassen Sie uns über Ihr Projekt sprechen. Wir übernehmen die technische Planung und Umsetzung, von der ersten Bestandsaufnahme bis zur Übergabe im laufenden Betrieb.
Häufige Fragen zu Serverhousing-Bauprojekten
Wie lange dauert die Planung einer neuen Colocation-Fläche?
Das hängt von Größe und Ausgangslage ab. Bei einem Neubau rechnen wir allein für Bestandsaufnahme und Planung mehrere Monate ein, bevor die eigentliche Umsetzung startet. Erweiterungen bestehender Flächen lassen sich in der Regel schneller planen, da viele Rahmenbedingungen bereits feststehen.
Welche Normen muss ein Colocation-Rechenzentrum erfüllen?
Relevant sind vor allem DIN EN 50600 für die technische Auslegung, ISO 27001 für das Informationssicherheits-Management sowie die TIER-Klassifizierung nach TIA 942 für den Grad der Redundanz. Welche Kombination im Einzelfall sinnvoll ist, hängt von den Anforderungen der Kunden ab, die die Fläche später nutzen.
Kann eine bestehende Serverhousing-Fläche im laufenden Betrieb erweitert werden?
Ja. Wir planen Umbauten und Erweiterungen so, dass der Betrieb der vorhandenen Fläche während der Bauphase weiterläuft. Das erfordert eine engere Abstimmung der Gewerke als bei einem Neubau, ist aber in den meisten Fällen möglich.
Welche Gewerke sind bei einem Serverhousing-Bauprojekt beteiligt?
In der Regel Elektro, Klimatechnik, Brandschutz, Zutrittskontrolle und Netzwerktechnik. Diese Gewerke greifen technisch ineinander, weshalb wir sie als ein Projekt planen statt als getrennte Vergaben.