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Inhaltsverzeichnis

Kaltgang und Warmgang: Funktionsprinzip, Einhausung und normgerechte Umsetzung

Die physikalische Luftführung im Serverraum steuert Betriebssicherheit und Stromverbrauch. Ohne räumliche Sektorentrennung vermischt sich die Kühlluft sofort mit der heißen Abluft. Serverlüfter rotieren auf Maximaldrehzahl, Klimageräte arbeiten gegen zu hohe Rücklufttemperaturen und Hotspots gefährden die Hardware. Eine strukturierte Anordnung löst dieses Problem: Der Kaltgang führt den Rackfronten das aufbereitete Luftvolumen zu. Der Warmgang nimmt die thermische Last auf der Schrankrückseite auf und leitet sie geordnet ab.

Was sind Kaltgang und Warmgang?

Die Begriffe beschreiben zwei entgegengesetzte Zonen innerhalb einer strukturierten RZ-Luftführung. Ein Kaltgang entsteht durch die Gegenüberstellung von Rack-Vorderseiten. Über einen Doppelboden oder ein Kanalnetz strömt aufbereitete Kühlluft direkt vor die Ansaugöffnungen der IT-Hardware.

Der Warmgang befindet sich auf den Rückseiten der Server-Racks. Hier tritt die von den Komponenten erwärmte Abluft aus den Gehäusen aus. Dieser Bereich sammelt die thermische Last und führt sie zurück zu den Klimageräten. Die räumliche Trennung dieser zwei Zonen verhindert, dass sich kalte Zuluft und heiße Abluft durchmischen.

Funktionsweise von Kaltgang und Warmgang: So zirkuliert die Kühlluft im Serverraum

Das Prinzip nutzt physikalische Gesetzmäßigkeiten der Thermodynamik, um kühle Zuluft und heiße Abluft strikt getrennt zu halten. Die Anbindung an die Klimatisierung im Serverraum erfolgt dabei über einen geschlossenen Luftkreislauf.

Diese physikalische Trennung schützt die Hardware vor Überhitzung und stabilisiert den gesamten Kühlprozess.

Gründe für die Trennung von Kaltgang und Warmgang im Serverraum

Physische Barrieren zwischen den Zonen verhindern hohe Betriebskosten und schützen die Hardware im Serverraum. Die Sektorentrennung optimiert die Kühlung direkt am Rack aus folgenden Gründen:

Ohne diese Barrieren saugen die Server erwärmte Abluft an. Das erzwingt eine höhere Kälteleistung der Klimageräte und treibt den Energieverbrauch hoch.

Kaltgang-Einhausung oder Warmgang-Einhausung: Welches System passt wann?

Die Wahl des richtigen Schottsystems hängt direkt von der bestehenden Raumgeometrie, der vorhandenen Gebäudetechnik und den Umgebungsbedingungen ab. Während ein eingehauster Kaltgang das aufbereitete Luftvolumen direkt vor der IT-Hardware isoliert, schließt ein Hot Aisle Containment die erhitzte Abluft auf der Rack-Rückseite ein.
 

Kaltgang-Einhausung (Cold Aisle Containment)

Warmgang-Einhausung (Hot Aisle Containment)

Eingehauster Bereich

Zuluftkorridor vor den Schrankfronten

Abluftkorridor hinter den Schrankrückseiten

Temperatur im Restraum

Warm (entspricht der Ablufttemperatur)

Angenehm kühl (entspricht der Zulufttemperatur)

Bestandsnachrüstung

Unkompliziert bei modular aufgebauten Racks

Erfordert Anpassungen an Abströmkanäle und Decke

Personenkomfort im Raum

Eingeschränkt durch hohe Umgebungstemperaturen

Hoch, Wartungsarbeiten im Raum ohne Hitzebelastung

Einsatzfall

Klassische RZ-Bestandsflächen mit Doppelboden

Neubauten, Räume ohne Doppelboden und hohe Wärmedichten

Eine Kaltgang-Einhausung punktet vor allem bei Umbauten im Bestand. Da das kühle Luftvolumen im abgegrenzten Gang bleibt, lässt sich das System flexibel auf vorhandene Doppelböden setzen. Die Raumtemperatur außerhalb der Einhausung steigt jedoch an. Eine Warmgang-Einhausung leitet die Hitze dagegen direkt über Schächte zur Gebäudekühlung zurück. Der Serverraum bleibt angenehm temperiert, was Wartungen erleichtert. Diese Variante erfordert allerdings bereits in der Rohbau- und Trassenplanung angepasste Deckenkonstruktionen.

Einhausung im Serverraum – Unterschiede bei Bestandsgebäuden und Neubauprojekten

Beim Neubau lässt sich die Anbindung einer Warmgang-Einhausung an die Gebäudetechnik direkt einplanen. Racks, Deckenführungen und Abluftschächte bilden von Beginn an eine abgestimmte Einheit.

In Bestandsgebäuden begrenzen Raumhöhen, feste Doppelböden oder versetzte Schrankreihen die baulichen Optionen. Eine Kaltgang-Einhausung lässt sich meist unkomplizierter auf bereits installierten Racks montieren. Dennoch erfordert das Aufstellen im laufenden Betrieb hohe Sorgfalt, damit die Kühlkette stabil bleibt. 

In engen Raumstrukturen sichert die vorausschauende Modernisierung von Rechenzentren den fortlaufenden Betrieb. Ein verlässliches Vorgehen bei der Umsetzung im laufenden System bietet ein strukturierter Retrofit.

Effiziente Kühlung im Serverraum durch abgestimmte Kalt- und Warmgang-Systeme

Vermeiden Sie Hitzestaus und hohe Energiekosten durch präzise Trennung der Luftströme. Daterra plant und montiert Kalt- sowie Warmgang-Einhausungen exakt passend zu Ihren Racks und Klimatechniken, um die Hardware im laufenden Betrieb zu schützen.

Fehler bei Kaltgang und Warmgang: Ursachen für Effizienzverluste im Serverraum

Fehler bei der räumlichen Trennung von Kaltgang und Warmgang reduzieren die Kühlleistung und steigern die Energiekosten. Oft verhindern unscheinbare Lücken im Schottsystem den gewünschten Effekt.

Eine sorgfältige Auslegung der Luftführung schließt diese Schwachstellen aus und sichert die Effizienz der gesamten Kühlung.

DIN EN 50600 und ANSI/TIA-942-C als Normen für Kaltgang und Warmgang

Normen setzen klare Rahmenbedingungen für die Luftführung. Die europäische Norm DIN EN 50600 regelt die Infrastruktur von Rechenzentrumslösungen und fordert in Teil 2-3 eine gezielte Vermeidung von Luftmischungen, um Energieeffizienzwerte messbar zu steigern.

Beide Regelwerke verlangen eine lückenlose Erfassung der Schranktemperaturen und definieren Grenzwerte für die Rack-Eintrittstemperatur. Für die Einhaltung dieser Vorgaben bei Baugenehmigungen und Audits bildet eine physische Einhausung die technische Grundlage.

Absicherung von Kaltgang und Warmgang: Wie Redundanz und USV Hitzestaus verhindern

Die räumliche Trennung in Kaltgang und Warmgang entfaltet ihre volle Wirkung erst im Verbund mit der restlichen RZ-Infrastruktur. Fällt die Kühlung aus, steigen die Temperaturen in geschlossenen Einhausungen schnell an. Deshalb koppeln Planer die Luftführung direkt an redundante Kältesysteme.

Eine ausfallsichere Kühlung erfordert eine passende Auslegung der Stromversorgung. Bei einem Netzausfall überbrückt die unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) die Zeit, bis Generatoren anspringen. In diesem Zeitfenster müssen auch die Ventilatoren der Klimageräte weiterlaufen, um einen Wärmestau im Gang zu verhindern. Wie eine solche Absicherung technisch aufgebaut ist, zeigt das Prinzip der N+1-Redundanz.

Häufig gestellte Fragen zur Luftführung im Serverraum

Beim Kaltgang liegt der Fokus auf der Zuführung kühler Luft vor den Serverfronten. Die Kaltluft wird in diesen Bereich geleitet, während die erwärmte Abluft unkontrolliert in den Rest des Raumes entweicht. Beim Warmgang wird umgekehrt die heiße Abluft hinter den Racks isoliert und direkt über Kanäle oder die Decke zu den Klimageräten abgeführt. Der restliche Serverraum bleibt dadurch auf einem kühlen Temperaturniveau.

Eine Einhausung lohnt sich, sobald die Kälteleistung im Raum steigen muss oder die Energiekosten sinken sollen. Bereits ab vier bis fünf Racks schützt die räumliche Trennung vor vermischten Luftströmen. Höhere Rücklufttemperaturen am Klimagerät steigern die Anlageneffizienz, sodass die eingesparten Stromkosten die Investition zügig ausgleichen.

Oft verhindern kleine Undichtigkeiten die geplante Wirkung der Lufttrennung. Ungedichtete Kabeldurchführungen im Doppelboden, fehlende Blindplatten in unbesetzten Höheneinheiten der Racks und mangelhafte Türabschlüsse an den Gangseiten lassen Luft ungenutzt entweichen. Ebenfalls kritisch wirken falsch platzierte Temperatursensoren, welche den Kühlbedarf fehlerhaft an die Steuerung übermitteln.

Eine Nachrüstung in bestehenden Serverräumen ist problemlos machbar. Modular aufgebaute Systeme ermöglichen die Montage von Dach- und Türelementen direkt an den vorhandenen Schränken, ohne den Serverbetrieb zu unterbrechen. Die sorgfältige Vorplanung stellt sicher, dass die Kühlkette während der Installationsarbeiten durchgehend aufrechterhalten bleibt.

Die physische Lufttrennung stellt sicher, dass die kühle Zuluft verlustfrei an den IT-Komponenten ankommt. Eine N+1-Redundanz sichert diese Versorgungsleistung ab, falls ein Kälteerzeuger oder ein Lüfter ausfällt. Die verbleibenden Systeme fangen die Last ohne Unterbrechung auf, während das Schottsystem ein schnelles Aufheizen der Rack-Fronten verhindert.