Brandschutz im Serverraum – konzipiert, koordiniert und umgesetzt

Hohe Wärmelast, empfindliche Technik, laufende Systeme: Brandschutz im Serverraum erfordert ein durchdachtes Gesamtkonzept. Daterra entwickelt es und setzt es um, baulich, anlagentechnisch und behördlich abgestimmt.

Brandschutz als Teil der Gesamtplanung

Brandschutz im Serverraum lässt sich nicht isoliert planen. Die Anforderungen an Löschanlagen, Brandabschnitte und Fluchtwege hängen unmittelbar mit der Elektroinstallation, der Klimatisierung und den baulichen Gegebenheiten des Gebäudes zusammen. Wer einzelne Gewerke nacheinander beauftragt, riskiert Schnittstellenprobleme, die sich später im laufenden Betrieb zeigen.

Daterra übernimmt die Planung und Umsetzung des Brandschutzes als Teil des gesamten Infrastrukturprojekts. Das umfasst die baurechtliche Prüfung, die Genehmigungsplanung nach den jeweiligen Landesbauordnungen und die Koordination aller beteiligten Gewerke. Als Generalunternehmer oder externer Projektsteuerer stellt Daterra sicher, dass Brandschutz, Stromversorgung, Kühlung und bauliche Maßnahmen aufeinander abgestimmt sind und gemeinsam abgenommen werden können.

Brandgefahren im Serverraum

Serverräume sind dauerhaft unter Last. Aktive Hardware erzeugt kontinuierlich Wärme, Kühlsysteme laufen rund um die Uhr, und die elektrische Infrastruktur wird selten vollständig abgeschaltet. Genau dieser Dauerbetrieb ist der zentrale Risikofaktor.

Ein Brandschutzkonzept muss die konkrete technische Ausstattung des Raums kennen, nicht nur seine Grundfläche. Welche Lasten erzeugen welche Wärmemengen? Wo entstehen Hotspots? Wie sind Kabeltrassen geführt? Diese Fragen bestimmen, welche Detektionssysteme sinnvoll sind, welche Löschmittel in Frage kommen und welche baulichen Maßnahmen das Konzept ergänzen müssen.

Brandschutzkonzept für den Serverraum – was es umfasst

Ein vollständiges Brandschutzkonzept für den Serverraum besteht aus vier Ebenen, die aufeinander aufbauen: bauliche Maßnahmen, anlagentechnische Systeme, präventive Brandvermeidung und organisatorische Regelungen. Alle vier Bereiche müssen aufeinander abgestimmt sein, damit das Konzept im Ernstfall funktioniert.

Baulicher Brandschutz

Die bauliche Grundlage bildet die Abtrennung des Serverraums als eigenständiger Brandabschnitt. Wesentliche Anforderungen:

Wände, Decken und Böden mit Feuerwiderstandsklasse mindestens F90

Türen mit T90 und selbstschließendem Mechanismus

Kabelabschottungen durch Wände und Böden mit zugelassenen Brandschutzschotts, auch im Doppelboden

Versiegelung aller Boden- und Deckendurchführungen mit Brandschutzmaterialien

Bei Umbauten in Bestandsgebäuden ist zu prüfen, ob die geplanten Maßnahmen eine Nutzungsänderung im baurechtlichen Sinne darstellen. In diesem Fall sind Baugenehmigungen nach den jeweiligen Landesbauordnungen erforderlich. Die Anforderungen variieren je nach Bundesland und Gebäudeklasse. Daterra übernimmt diese Prüfung und die daraus folgende Genehmigungsplanung.

Anlagentechnischer Brandschutz

Eine Brandmeldeanlage mit vernetzten Rauchmeldern ist die Grundvoraussetzung für eine frühe Branderkennung. In Serverräumen empfehlen sich Rauchansaugsysteme, die kontinuierlich Luftproben entnehmen und auch Schwelbrände erkennen, bevor sich sichtbarer Rauch entwickelt. Die Anlage sollte auch den Bereich unterhalb des Doppelbodens erfassen, wo Kabel, USV-Systeme und Stromverteilung liegen.

Für die Brandbekämpfung kommen je nach Raumgröße, Schutzziel und Anforderungen an die Wiederinbetriebnahme verschiedene Löschanlagen in Frage:

Gaslöschanlagen

mit Inertgasen (Argon, Stickstoff, Inergen) oder chemischen Löschmitteln (Novec 1230, FM-200): bevorzugte Lösung für Serverräume, rückstandsfrei, keine Beschädigung der IT-Infrastruktur

Wassernebelanlagen

Alternative bei größeren Räumen, Wasserschäden durch geringe Tropfengröße begrenzt

Sprinkleranlagen

für Serverräume in der Regel ungeeignet, da der Wassereintrag die Hardware zerstört

CO₂-Löschanlagen

technisch wirksam, aber personengefährdend ab 5 Vol.-% in der Raumluft; nur unter strengen Auflagen und mit durchdachtem Evakuierungskonzept einsetzbar

Aerosol-Löschsysteme

kostengünstigere Option für kleinere Serverräume, sofern VdS-zertifizierte Systeme eingesetzt werden

Sauerstoffreduktion als präventive Maßnahme

Sauerstoffreduktionsanlagen auf Basis von Stickstoffmembranen senken den Sauerstoffgehalt im Serverraum dauerhaft unter die Zündgrenze, sodass eine Brandentstehung von vornherein verhindert wird. Voraussetzung ist eine hohe Raumdichtigkeit: Wände, Türen, Kabeldurchführungen und Lüftungssysteme müssen so abgedichtet sein, dass der abgesenkte Sauerstoffgehalt konstant gehalten werden kann. Diese Maßnahme ergänzt den anlagentechnischen Brandschutz, ersetzt ihn aber nicht vollständig.

Organisatorischer Brandschutz

Technische Maßnahmen allein reichen nicht aus. Zum vollständigen Brandschutzkonzept gehören:

Normen und Vorschriften im Überblick

Für den Brandschutz in Serverräumen sind mehrere Regelwerke relevant, die je nach Projekttyp und Gebäudenutzung unterschiedlich gewichtet werden:

BetrSichV – Betriebssicherheitsverordnung: Pflicht zur Gefährdungsbeurteilung und regelmäßigen Prüfung technischer Anlagen

DGUV Vorschrift 3 – Prüfung elektrischer Anlagen und Betriebsmittel, Grundlage für die Brandsicherheit elektrischer Infrastruktur

DIN 4102 / F90 – Feuerwiderstandsklassen für Bauteile; F90 als Mindestanforderung für Serverraum-Abtrennungen

DIN EN 1047-2 – Anforderungen an feuerbeständige Behältnisse und Räume zum Schutz von Datenträgern

DIN 18095 – Anforderungen an Rauchschutztüren, u. a. Selbstschließpflicht

ASR A2.2 – Technische Regel für Arbeitsstätten: Maßnahmen gegen Brände, Grundlage für Feuerlöscher und Brandschutzorganisation

EN 50600 – Europäische Norm für Planung, Bau und Betrieb von Rechenzentren

Welche Anforderungen konkret gelten, hängt von der Nutzungsklasse des Gebäudes und dem jeweiligen Bundesland ab. Bei Umbauten im Bestand ist eine frühzeitige Abstimmung mit der zuständigen Baubehörde in aller Regel unvermeidlich.

Nachrüstung und Modernisierung im laufenden Betrieb

Viele Serverräume wurden gebaut, bevor heutige Brandschutzanforderungen galten. Wer diese Standorte auf den aktuellen Stand bringen will, steht vor der Herausforderung, dass die Systeme weiterlaufen und der Betrieb nicht unterbrochen werden darf.

Daterra geht dabei strukturiert vor:

Dieser Ansatz ist aufwendiger als eine Neuplanung, aber er ist die Realität in der überwiegenden Zahl der Projekte. Gerade Telekommunikations-Rechenzentren mit Verfügbarkeitsanforderungen von 99,99 % und mehr lassen keinen anderen Weg zu.

Brandschutz für Telekommunikations-Rechenzentren

Telekommunikations-Rechenzentren stellen höhere Anforderungen als klassische Unternehmens-Serverräume. Carrier, Netzbetreiber und Colocation-Anbieter arbeiten mit Verfügbarkeitsanforderungen, bei denen selbst kurze Unterbrechungen nicht tolerierbar sind. Standardlösungen greifen hier zu kurz.

TK-spezifische Anforderungen an den Brandschutz:

Daterras Leistungen rund um Brandschutz im Serverraum

Daterra übernimmt Brandschutzprojekte in unterschiedlichen Rollen, je nachdem, was das Projekt erfordert:

Bestandsanalyse, Ableitung der Schutzanforderungen, abgestimmtes Brandschutzkonzept
Prüfung nach Landesbauordnungen, Erstellung der Genehmigungsunterlagen, Behördenabstimmung in mehreren Bundesländern
Brandschutz, Elektrotechnik, Klimatisierung und Bau aus einer Hand, ohne Schnittstellenprobleme
vollständige Umsetzungsverantwortung oder Einbindung in bestehende Projektstrukturen
Nachrüstung mit Phasenplanung und Umschaltkonzepten
Kostenschätzung, Budgetanalyse und Identifikation von Einsparpotenzialen

Häufige Fragen zum Brandschutz im Serverraum

Gaslöschanlagen sind die bevorzugte Lösung: rückstandsfrei, ohne Schäden an der IT-Infrastruktur. Eingesetzt werden Inertgase wie Argon oder Inergen sowie chemische Löschmittel wie Novec 1230 oder FM-200. Wassernebelanlagen kommen als Alternative in Frage. Konventionelle Sprinkler scheiden für Serverräume in der Regel aus, da der Wassereintrag die Hardware zerstört.

Eine generelle gesetzliche Pflicht gibt es nicht. Die Anforderungen ergeben sich aus der Gefährdungsbeurteilung, den Landesbauordnungen und Versicherungsvorgaben. Bei TK-Rechenzentren und KRITIS-relevanten Standorten setzen erhöhte Verfügbarkeitsanforderungen eine automatische Löschanlage faktisch voraus.

Eine Gaslöschanlage baut die notwendige Löschmittelkonzentration innerhalb von Sekunden auf. Die anschließende Haltezeit, in der eine Wiederzündung verhindert wird, beträgt je nach System und Raumauslegung typischerweise 10 bis 20 Minuten. Voraussetzung ist eine ausreichende Raumdichtigkeit.

Eine pauschale Angabe ist nicht möglich, da Raumgröße, Ausstattung und Systemwahl die Kosten bestimmen. Daterra erstellt im Rahmen der Projektentwicklung eine belastbare Kostenschätzung und zeigt auf, wo Einsparpotenziale ohne Abstriche beim Schutzniveau bestehen.

Ja, mit der richtigen Planung. Voraussetzung ist ein Umschaltkonzept, das neue Systeme installierbar macht, während die bestehenden noch aktiv sind. Die Umsetzung erfolgt phasenweise, sodass zu keinem Zeitpunkt ein vollständiger Schutzverlust entsteht.

Baulicher Brandschutz begrenzt die Ausbreitung von Feuer und Rauch durch die Gebäudekonstruktion: feuerwiderstandsfähige Wände, Brandschutztüren, Kabelabschottungen. Anlagentechnischer Brandschutz umfasst Systeme zur Erkennung und Bekämpfung von Bränden: Brandmeldeanlagen, Rauchansaugsysteme, Löschanlagen. Beide Bereiche müssen aufeinander abgestimmt geplant werden.